Der georgische „symbolische Raum“26 ist maßgeblich vom Erbe der sowjetischen „unbewältigten Vergangenheit“ geprägt – einer Vergangenheit, in der die Erfahrungen und Ungerechtigkeiten der Sowjetzeit – wie die Besetzung Georgiens 1921, politische Säuberungen, Terror und Repression – weder vollständig anerkannt noch aufgearbeitet oder in das kollektive Gedächtnis und den öffentlichen Diskurs der Nation integriert wurden.27 Es besteht weiterhin kein klarer gesellschaftlicher Konsens darüber, wie mit dieser schwierigen Vergangenheit umzugehen ist – während zugleich offiziell die Ziele von Unabhängigkeit und Westintegration verfolgt werden.